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Die Anreise nach Finnland

  • mbergdolt
  • 15. März
  • 6 Min. Lesezeit

Anreisetag, Samstag, 14. März 2026



Der Wecker klingelte früh, um rechtzeitig mit der Fahrgemeinschaft unserer Schule zum Flughafen nach Zürich zu kommen. Die Fahrt verlief reibungslos, leere Straßen, verfrühte Ankunft bereits um 7.15 Uhr. Um 8.15 Uhr sind alle da. Dann: Gepäckabgabe (alles passt), Check-In ist bereits online am Vortag erfolgt.

Bei der Sicherheitskontrolle/Gepäcküberprüfung muss „jemand“ von uns seine Haarpflegeprodukte abgeben, die alle im Handgepäck verstaut waren. Ich war es nicht ;-)


Am Flughafen in Zürich
Am Flughafen in Zürich

Unser erster Flug an diesem Tag, von Zürich nach Helsinki (der Hauptstadt Finnlands), ist für Tim der erste Flug überhaupt. Hinterher befragt, war er vor allem vom Start und auch der Landung besonders begeistert. Irgendwie klar :-)

In Helsinki hatten wir etwas Aufenthalt bis zu unserem Weiterflug nach Oulu in Nordfinnland, der nördlichsten Großstadt der europäischen Union. Der Blick Richtung Boden wird vor Oulu nochmal interessant. Das Meer ist gefroren! Komplett, bis zum Horizont. Finnischer Winter. Normalität.


Oulu hat einen kleinen Flughafen. Als wir am frühen Abend dort ankommen, ist kaum noch geschäftiges Treiben zu erleben. Wie anders war da Helsinki! Am Gepäckband in Oulu wartet Emily auf einen ihrer Koffer...wartet...wartet. Als nur noch ein mit Folien und Finnair-Banderole umhüllter Koffer auf dem Band liegt, erkennt sie diesen als den ihren. Er war beim Transport beschädigt worden und hatte deshalb diese mehrschichtige Zusatzverpackung vom Flughafenpersonal erhalten. Wir entfernen die Folien und sichern den Zusammenhalt der Kofferhälften mit einem Gepäckgurt.


Eine Dame vom Zoll fragte uns dann, woher wir kommen und wohin wir wollen. Haapajärvi? Wir müssen erklären, dass es sich um ein Schüleraustausch handelt. Sie glaubt uns das, grinst etwas und lässt und durch. Dieses milde Grinsen… was es wohl bedeuten könnte? Freundlichkeit? Wissen um das, was uns in der Einsamkeit Finnlands erwarten würde? Wir verlassen den Flughafen als letzte, Einsamkeit und Leere, man möchte fast das Licht ausschalten.


Vor dem Flughafen wartet bereits der angekündigte Kleinbus, der uns nach Haapajärvi bringen sollte, unserem Zielort. Als wir losfahren, ist es bereits fast dunkel. Die Strecke führt uns schnell aus Oulu heraus und dann durch endlose Wälder. Es wird sehr einsam auf der Straße, dunkel, eigentlich schwärzer als schwarz. Nebelschwaden begleiten uns, Regen, Reste von Schnee und Eis, Düsternis. Finnland bei Nacht „in-the-middle-of-nowhere“. Haha!


Der guten Laune tut das keinen Abbruch. Die Schüler sind trotz Müdigkeit vergnügt, unterhalten sich leise, hören Musik, schauen gemeinsam einen Film auf dem Tablet von Tim.


Anspannung und Vorfreude!
Anspannung und Vorfreude!

Mit dem Busfahrer kann man sich gut auf Englisch unterhalten. Er berichtet, dass es vor 14 Tagen noch minus 20 Grad gehabt hat und überall mindestens 40 cm Schnee lagen. Dann sei ein extrem ungewohnt früher Frühlingseinbruch mit Warmluft gekommen und hätte das Winterwunderland in eine Eis-Reste-Landschaft verwandelt. Es tropft und gießt, die Scheibenwischer haben gut zu tun.


Die Reste des Winters sind unübersehbar.
Die Reste des Winters sind unübersehbar.


Dann, nach ungefähr 2 Stunden, biegt der Busfahrer tatsächlich mal ab. Wir erreichen Haapajärvi.


An der Schule „Haapajärven yläaste“ stehen einige Autos mit Eltern und Kindern bzw. Teenagern. Die Gastfamilien sind da! Entsprechend aufgeregt sind wir alle. Man kennt sich zwar durch mediale Kontakte, aber „echt“ ist eben echt und auch medial nicht zu toppen.

Die Gepäckverladung raus aus dem Bus geht zügig vonstatten. Es regnet ja auch. Kurze Begrüßungen, dann verschwinden die Elternautos in der Nacht. Ich bleibe mit den beiden Lehrerinnen Hannah und Varpu zurück. Wir unterhalten uns und ich werde kurz durch die Schule geführt, die uns die nächsten Tage zur Heimat werden wird. Ich bekomme einen Schirm geliehen, den ich selbst aus Transportgründen zu Hause gelassen hatte. Die nächsten Tage soll es immer wieder regnen.


Varpu fährt mich dann zu einem Supermarkt. Die Geschäfte haben in Finnland nahezu immer offen, auch am Wochenende. Eine Sorge weniger. Varpu hilft beim Erkennen, was hier alles angeboten wird. Finnisch kann man einfach nicht „erraten“. Die Sprache ist nicht mit dem heutigen Schwedisch oder Norwegisch verwandt, sondern mit Ungarisch, Estnisch und Samisch.


Endlich – und wirklich müde – komme ich an einem sehr gemütlichen, typisch finnischen Holzhaus an. Es ist modern eingerichtet und verfügt über alles, was das Leben angenehm macht. Varpu weiß, wo der kleine Schlüsseltresor ist und ich darf endlich duschen und die Beine ausstrecken. Die erste finnische Nacht wartet!


Matthias



Now the English version:


Arrival day, Saturday, March 14, 2026


The alarm rang early so we could get to Zurich Airport on time with our school carpool. The drive went smoothly, empty roads, and we arrived early at 7:15 a.m. By 8:15 a.m., everyone was there. Then: baggage drop-off (everything was fine), check-in had already been done online the day before.


At security/baggage screening, "someone" of us had to hand over their hair care products, which were all packed in their hand luggage. It wasn't me ;-)


Before our start at Zürich-Airport
Before our start at Zürich-Airport


Our first flight of the day, from Zurich to Helsinki (the capital of Finland), was Tim's very first flight. When asked about it afterward, he was particularly enthusiastic about takeoff and landing. Understandable, really :-) In Helsinki, we had a layover before our connecting flight to Oulu in northern Finland, the northernmost major city in the European Union. The view of the ground became interesting again before Oulu. The sea was frozen! Completely, all the way to the horizon. Finnish winter. Normal.


Oulu has a small airport. When we arrive there in the early evening, it's practically deserted. How different Helsinki was! At the baggage carousel in Oulu, Emily waits for one of her suitcases...waits...waits. When only one suitcase remains, wrapped in plastic and a Finnair band, she recognizes it as hers. It had been damaged in transit and had therefore received this extra layer of packaging from the airport staff. We remove the plastic and secure the two halves of the suitcase together with a luggage strap.


A customs officer then asks us where we're from and where we're going. Haapajärvi? We have to explain that it's a student exchange. She believes us, smiles slightly, and lets us through. That gentle smile...what could it mean? Kindness? Awareness of what awaits us in the solitude of Finland? We're the last to leave the airport; solitude and emptiness, you almost want to turn off the lights.


The minibus that was supposed to take us to Haapajärvi, our destination, was already waiting in front of the airport. It was almost dark when we set off. The road quickly led us out of Oulu and then through endless forests. It became very lonely, dark, actually blacker than black. Wisps of fog accompanied us, along with rain, remnants of snow and ice, and a general gloom. Finland at night, in the middle of nowhere. Haha!


This didn't dampen our spirits. Despite their tiredness, the students were cheerful, chatting quietly, listening to music, and watching a film together on Tim's tablet.



We had a good conversation with the bus driver in English. He told us that just two weeks ago it had been minus 20 degrees Celsius and there was at least 40 cm of snow everywhere. Then an extremely early spring arrived with warm air, transforming the winter wonderland into a landscape of icy remnants. It was drizzling and pouring, and the windshield wipers were working hard.




Then, after about two hours, the bus driver finally turns off. We arrive in Haapajärvi. At the "Haapajärven yläaste" school, several cars are parked with parents and children or teenagers. The host families have arrived! We're all understandably excited. We know each other through online contacts, but "real" is real, and nothing can beat reality.


Unloading the luggage from the bus goes quickly. It's raining, after all. A few quick greetings, and then the parents' cars disappear into the night. I stay behind with the two teachers, Hannah and Varpu. We chat, and I get a brief tour of the school, which will be our home for the next few days. I'm lent an umbrella, which I had left at home for transport reasons. It's supposed to rain on and off for the next few days.


Varpu then drives me to a supermarket. Shops in Finland are almost always open, even on weekends. One less thing to worry about. Varpu helps me figure out what's available. Finnish is simply impossible to "guess." The language isn't related to modern Swedish or Norwegian, but rather to Hungarian, Estonian, and Sami.


Finally—and truly exhausted—I arrive at a very cozy, typically Finnish wooden house. It's modernly furnished and has everything that makes life comfortable. Varpu knows where the small key safe is, and I can finally take a shower and stretch my legs. My first Finnish night awaits!


Matthias

 
 
 

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